Neue Briefe von Schulze-Delitzsch aufgetaucht!

Vor seiner Tätigkeit als leitender Kurator des Deutschen Genossenschaftsmuseums hat Dr. Thomas Keiderling mehrere Jahre an der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin den sehr umfangreichen Verlagsnachlass von Vandenhoeck & Ruprecht im Kalliope erfasst.

Was ist Kalliope? Es handelt sich um eines der ehrgeizigsten Projekte im deutschsprachigen Bibliotheks- und Archivbereich. In dieser virtuellen Verbunddatenbank (Startseite mit Suchschlitz finden Sie hier: https://kalliope-verbund.info/de/index.html) werden die Archivalien und Drucksachen vieler unterschiedlicher Bestandhalter wie Archive, Bibliotheken, Museen sowie weitere private und öffentliche Sammler eingegeben und dort virtuell miteinander vernetzt. Letzteres geschieht dadurch, indem man den Urheber z. B. eines Briefes mit einer entsprechenden eineindeutigen Signatur der Deutschen Nationalbibliothek – der sogenannten GND (Gemeinsamen Normdatei) – in einer Datenbank hinterlegt. Diese Signatur von Hermann Schulze-Delitzsch ist im OPAC der Deutschen Nationalbibliothek hier einzusehen: http://d-nb.info/gnd/118762575

Nun kann jedes Schriftstück in einem eigenen Datensatz von Kalliope erfasst werden. Folgende Informationen können bzw. sollten enthalten sein: Welche Person schreibt einen Brief an wen (Empfänger)? Wann geschah dies? Wie umfangreich ist das Schreiben? Worum geht es inhaltlich? Liegt dem Brief noch ein weiteres Dokument, etwa eine Fotografie bei? Ist ein Schreiben besonders interessant, kann es auch als PDF zur kompletten Ansicht eingestellt werden. Auf diese Weise lässt sich ein Netzwerk generieren, welche Briefe von einer bestimmten Person überliefert sind. So sieht das bislang erfasste Netzwerk des Genossenschaftsgründers Hermann Schulze-Delitzsch aus: https://kalliope-verbund.info/graph?&q=Hermann%20Schulze-Delitzsch&lang=de Viele Briefe dürften der Fachwelt bislang unbekannt sein, es sind Personen wie Otto von Bismarck, Karl Gutzkow, Ernst Keil oder Moritz Veit direkt oder indirekt beteiligt.

Greifen wir bei den in Kalliope erfassten Dokumenten eines heraus, so handelt es sich beispielsweise um einen Brief von Schulze-Delitzsch an den damaligen Bestsellerautor Gustav Freytag aus dem Jahre 1859. Das Dokument befindet sich in diesem Fall direkt im Nachlass von G. Freytag in der Berliner Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek. https://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-1796281. Aber auch historische Schriftstücke anderer Überlieferungsorte sind hier virtuell verzeichnet, so ein Brief von Schulze-Delitzsch an den Deutschen Nationalverein aus dem Jahre 1865, der sich heute in der Münchner Stadtbibliothek, Monacensia Bibliothek  befindet. https://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-1645087

Es ist spannend zu sehen, was alles überliefert ist. Leider ist (immer) noch kein Schreiben zwischen Raiffeisen und Schulze-Delitzsch auf diese Weise aufgetaucht. Allerdings soll man nie „nie“ sagen. Vielleicht schon demnächst wird ein solcher Brief in Kalliope nachgewiesen …

 

 

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