Genossenschaften

Eine Genossenschaft des Erwerbs und der Wirtschaft ist ein Zusammenschluss von natürlichen bzw. juristischen Personen, deren Zweck die Förderung ihrer Mitglieder durch einen gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb ist.

In Deutschland sind Genossenschaften besonders als Kreditgenossenschaften, Raiffeisen-, Warenbezugs- und Dienstleistungsgenossenschaften, Wohnungsgenossenschaften, Produktiv- und Produktionsgenossenschaften insbesondere in der Landwirtschaft (Agrargenossenschaft) und im Handwerk (z. B. Friseurgenossenschaften) tätig.

Die ersten Genossenschaften im deutschsprachigen Raum wurden Mitte des 19. Jahrhunderts von Hermann Schulze-Delitzsch im sächsischen Delitzsch und von Friedrich Wilhelm Raiffeisen im Westerwald gegründet.

Eine Genossenschaft zeichnet sich durch eine offene Mitgliederzahl. Als Rechtsgrundlage gilt in Deutschland das Genossenschaftsgesetz (GenG), das seinen Ursprung in dem von Dr. Hermann Schulze-Delitzsch 1869 in Preußen eingebrachten und schließlich am 20. Mai 1889 als Reichsgesetz beschlossenen Genossenschaftsgesetz hat.

Zweck einer Genossenschaft ist die gesetzlich verankerte Förderung der Mitglieder, die primär über Leistungsbeziehungen zwischen den Mitgliedern und dem Gemeinschaftsunternehmen erfolgen soll. Insofern verfolgen Genossenschaften vorrangig wirtschaftliche Zwecke. Wesensmerkmale, die den Kern der Genossenschaftsidentität bilden, sind neben dem Förderprinzip die Grundsätze von Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. und Das Identitätsprinzip besagt, dass die Mitglieder zugleich Geschäftspartner und Eigenkapitalgeber sind.

Während die trägerschaftliche Beziehung und die Leistungsbeziehung zur Genossenschaft dem Freiwilligkeitsprinzip unterliegen, ist die Kapitalbeteiligung eine obligatorische Folge aus der Mitgliedschaft.

In Deutschland ist die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft (kurz „e. G.“ oder „eG“) relevant. Die Genossenschaft ist in das Genossenschaftsregister des zuständigen Amtsgerichts einzutragen. Eine eG muss Mitglied in einem regionalen Prüfungsverband sein. Dachorganisation ist der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeinsenverband e. V.  (DGRV).  Ein genossenschaftlicher Prüfungsverband nimmt Kontroll- und Aufsichtsrechte gegenüber der eG wahr.

2013 gab es ca. 8000 eingetragene Genossenschaften mit ca. 21 Mio. Mitgliedern, ca. jeder vierte Deutsche ist Mitglied einer Genossenschaft.